Häufig gestellte Fragen
In welchen Abständen sollte ich eine umfassende Fußpflege durchführen lassen?
In der Regel führen wir eine Fußpflege in den Abständen von 4 bis 6 Wochen durch. Gerade bei Diabetiker:Innen empfehlen wir den Abstand von 4 Wochen dringend einzuhalten.
Bei beispielsweise zum Einwachsen neigende Rollnägel oder Nagelecken, stärkere Hornhautproduktion oder Nagelpilzerkrankungen empfehlen wir, einen kürzeren Abstand zu wählen.
Nach dem ersten Fußpflegetermin können wir gerne gemeinsam besprechen, welchen Abstand wir bevorzugen sollten.
Benötige ich eine Nagelspange?
Eingewachsene Fußnägel sind meistens ein Dauerproblem.
Wir bieten Ihnen in der Praxis verschiedene Arten von medizinischen Nagelspangen an. Diese medizinische Nagelkorrekturspangen sind für eingewachsene, eingerollte und deformierte Nägel geeignet. Die Anwendung ist sowohl für leichte als auch für stärker eingewachsene Fußnägel geeignet.
Vorteile:
- Passgenau durch flexibles, elastisches Kunststoffpad
- Vemeidung von schmerzhaften Operationen
- Umgehende Entlastung des entzündeten Nagelbereichs
- auch für Diabetiker und Nickelallergiker geeignet
Was kann ich gegen Nagelpilzsporen in meinen Schuhen unternehmen?
Um eine neue Infektion mit Bakterien und Pilze so gering wie möglich zu halten, können Sie während Ihrer Fußpflege Ihre Schuhe gleichzeitig im Klenz- Gerät durch Ozon desinfizieren lassen.
Ich bin Diabetiker und habe eine Wunde am Fuß, was kann ich tun?
Bei Diabetiker und Diabetikerinnen ist besondere Vorsicht geboten, deswegen wenden Sie sich bitte bei Wunden, Entzündungen, Verletzungen, Geschwüren, Hautpilz etc. an Ihren Arzt/ Ihre Ärztin Ihres Vertrauens.
Worauf kann ich als Diabetiker bei meiner alltäglichen Fußpflege achten?
Bitte weisen Sie uns vor der Behandlung unbedingt auf einen bestehenden Diabetes hin.
Bei längerer Krankheitsdauer können Diabetiker zu Nervenschäden (Diabetische Neuropathie) und Durchblutungsstörungen in den Füßen neigen. Die Haut fühlt sich oftmals trocken und sehr empfindlich an. Auch die Schmerzempfindlichkeit kann eingeschränkt sein oder ganz fehlen. Hautgeschwüre bilden sich bei Vorschädigungen leichter. Verletzungen heilen sehr schwer beim Diabetiker.
Beim Diabetiker ist daher auf eine besonders sortfältige verletzungsfreie Fußpflege zu achten, damit es nicht erst zu diesen Folgen kommt.
Tipps für die die eigene persönliche Fußpflege zu Hause:
- Überprüfen Sie Ihre Füße täglich am besten abends vor dem Schlafengehen auf Druckstellen und Verletzungen mit einem Diabetikerspiegel oder schließen Sie eine Digitalkamera an den Fernseher an und betrachten Sie Ihre Füße auf kleinste Verletzungen
- Fußbäder bei maximal 37° und nicht länger als 3 bis 5 Minuten durchführen- längere Fußbäder weichen die Haut zu sehr auf und bilden damit einen Nährboden für Keime und Bakterien.
- Überschüssige Hornhaut kann vorsichtig mit einem Bimsstein abgerieben werden. Auf keinen Fall einen Hornhauthobel verwenden. (Verletzungsgefahr!!)
- Nach dem Bad gründlich zwischen den Zehen mit einen weichen Tuch abtrocknen- nicht fönen. Feuchte Wärme bildet einen Nährboden für Pilze und Bakterien.
- Bitte laufen Sie nicht barfuß.
- Tägliches Eincremen der Füße mit rückfettenden Cremes (Fußcreme fettend, Peclavus Podolog Fußbalsam und Schäumen (Allpresan)
- Nicht zwischen den Zehen eincremen wegen der Fußpilzgefahr
- Verzichten Sie auf Sonnenbäder wegen der Sonnenbrandgefahr
- Selbstbehandlung der Nägel nur mit abgerundeten Feilen (z.B. aus Glas) und Bimsstein durchführen
- Beim Schuhkauf darauf achten, dass die Schuhe nicht nur in der Länge gut passen, sondern auch in der Breite (Papp-Schablone vom Fußumriss vorher anfertigen). Am besten kaufen Sie die Schuhe in einem Fachgeschäft. Die Schuhe sollten keine einschneidende Nähte und harte Schuhkappen haben. Eine angepasste Einlegesohle als Druckausgleich für den Fuß ist sehr von Vorteil.
- Hühneraugenpflaster mit Salicylsäure nicht verwenden, da sie die Infektionsgefahr erhöhen.
- Untersuchen Sie Ihre Schuhe vor jedem Anziehen auf eventuelle Fremdkörper.
- Wechseln Sie nach Möglichkeit mehrfach Ihre Schuhe, um die Füße nicht ständig gleich zu belasten
- Täglich frisch gewaschene Socken anziehen- am besten verwenden Sie spezielle Diabetikersocken aus hautverträglichen Material, wie beispielsweise Baumwolle ohne einschneidende Bündchen und Nähte. Achten Sie auf deren faltenfreien Sitz.
- Die Nägel nicht mit spitzen oder scharfen Gegenständen unkontrolliert schneiden.
- Lassen Sie eingewachsene Fußnägel nur von einem Fachmann mit med. Ausbildung oder Arzt entfernen
- Lassen Sie ausnahmslos jede Verletzung von einem Arzt untersuchen !
- Sensibilitätsprüfungen sollten mindestens einmal pro Jahr in einer Diabetologischen Ambulanz durchgeführt werden.
Die regelmäßige Fußpflege ist für den Diabetiker unerlässlich. Gut gepflegte Füße bieten einen Schutz vor pflegebedingten Hautschäden.
Ein Diabetisches Fußsyndrom kann früh erkannt und durch einen Arzt behandelt werden.
Worauf ist bei der heimische Fußpflege bei Babys zu beachten?
Liebe Eltern, die meisten Babys kommen mit gesunden Füßen auf die Welt. Folgende Tipps können sich jedoch positiv unterstützend auf die gesunde Entwicklung der Füße ihres Kindes auswirken:
- Entwicklungsgemäße Aktivitäten wie das Krabbeln, Rutschen, Drehen und Wenden stärken die Fußmuskulatur und mineralisieren das Fußskelett.
- Kinder sollten zur Kräftigung des Fußes so viel wie möglich barfuß oder strumpfsockig laufen oder krabbeln.
- Ziehen SIe Ihrem Baby bitte keine einschnürenden Söckchen an.
- Benötigt Ihr "Krabbelkind" einen Kälteschutz an den Füßen, sind rutschfeste, nicht einschnürende Söckchen gut geeignet.
- Spielerische Fußgymnastik, wie blättern in einem Buch, greifen eines Tuches kräftigt zusätzlich das Fußgewölbe.
- Fußnägel sollten Sie lieber feilen, als schneiden. Bitte lassen Sie immer einen schmalen weißen Rand stehen. Damit behält der Nagel seine Schutzfunktion z.B. gegen Stöße im Schuh.
- Niemals die Ecken der Nagelkanten wegschneiden. Dadurch könnten die Nagelbetttaschen beschädigt werden und ein späteres Einwachsen der Nagelecken wäre schon vorprogrammiert.
- Nägel im trockenen Zustand schneiden. Nägel und Haut quellen sehr schnell im Wasser auf . Es besteht eventuell die Gefahr von Verletzungen beim Schneiden, die leicht übersehen werden könnten.
- Beim Schuhkauf reichlich in der Länge kaufen. Als Faustregel gilt: Ein Daumen breit vor den Zehen als Pufferzone oder Bewegungsspielraum. Wenn Sie Ihrem Kind Zehensocken beim Kauf anziehen, können Sie sich sicher sein, den Schuh nicht zu eng zu kaufen. Zehensocken nehmen mehr Platz im Schuh ein.
- Ein Kind benötigt erst Schuhe, wenn es sicher draußen laufen kann. Bitte nicht zu früh die Kinderfüße in Schuhe stecken, damit sich der Fuß ganz natürlich entwickeln kann. Danach öfters "Barfußzeiten" ermöglichen, (Barfussgehen ist übrigens für uns Erwachsene ebenso sehr gesund.)
- Kaufen Sie Kinderschuhe möglichst in einem Fachgeschäft mit einer Kinderschuhberatung.
- Da Kinderfüße gut fettgepolstert sind, merken sie nicht so schnell, wenn ein Schuh nicht mehr richtig passt.
- Legen Sie Einlagen in den Kinderschuh nur, wenn sie ausdrücklich vom Arzt verordnet sind.
- Die regelmäßige Fußpflege bei Ihrem Kind sollte früh geübt werden und so selbstverständlich sein, wie das tägliche Zähneputzen.
- Zur Pflege eignet sich beispielsweise eine pflegende feuchtigkeitsspendende Fußschaumcreme von Allpresan.
Kann ich meinen Nagelpilz mit Nagellack überpinseln?
Bei gefährdeten Nägeln möglichst auf kosmetischen Nagellack verzichten, da dieser die Nagelplatte luftdicht verschließt. Somit hätte ein vorhandener Nagelpilz weitere Chancen sich auszudehnen.Inzwischen stehen farbige medizinische Lacke zur Verfügung. Diese sind luftdurchlässig.
Liegt Ihr Fokus auf kosmetischer oder medizinischer Fußpflege?
Wir als Heilpraktiker- Praxis dürfen medizinische Fußpflege durchführen.
Über die Ausführung der Tätigkeit einer „podologischen Behandlung“:
"Medizinische Fußpflege bedeutet Krankenbehandlung i.S. von Heilkundeausübung und ist den Ärzten und Heilpraktikern vorbehalten; sie darf auf der Grundlage ärztlicher Verordnung auch durch Podologen ausgeführt werden.
Gem. Gesetzesbegründung zum Podologengesetz, können „nicht nur bei Diabetikern unzureichend ausgebildete Behandler, die eine unsachgemäße Fußpflege unter mangelhaften hygienischen und apparativen Verhältnissen durchführen, zusätzliche Komplikationen hervorrufen. Auch sind in der Orthopädie und Dermatologie medizinische Fortschritte, z.B. bezüglich der Neueinschätzung von Krankheiten gemacht worden, die bei unzureichender Berücksichtigung durch fehlende Selbsteinschätzung des Fußpflegers ein Gefahrenpotential für den Patienten darstellen können“.
Neben dem Arzt/Heilpraktiker ist nur der Podologe aufgrund seiner Ausbildung nach dem Podologengesetz befähigt, eigenständig pathologische Veränderungen am Fuß zu erkennen, die ärztliche Behandlung erfordern.
Medizinische Fußpflege durch Personen, die nicht im Besitz einer Erlaubnis nach § 1 PodG sind, ist demnach nur unter ständiger Aufsicht und Verantwortung eines Arztes oder eines Heilpraktikers zulässig. Dieses erfolgt in der Regel in der Praxis des Arztes/Heilpraktikers.
Ergo haben bisher in der (medizinischen) Fußpflege Tätige, die keine Erlaubnis zur Führung der Berufsbezeichnung „Podologin/Podologe bzw. med. Fußpflegerin/Fußpfleger“ besitzen, lediglich die Möglichkeit, kosmetische Fußpflege auszuüben."
Auszug Deutscher Podologenverband